Bitar in New York festgenommen

08.07.2012 | Veröffentlicht von: Onlinecasinoseiten.com
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Nach PokerStars war Full Tilt Poker der zweitgrößte Online-Pokerraum weltweit. Bildmaterial: © onlinepokerreport.com

Am Montag der vergangenen Woche stellte sich der 40-jährige Geschäftsführer des Onlinepokerraums Full Tilt Poker, der Amerikaner Ray Bitar, bei der Einreise in die USA am John F. Kennedy International Airport in New York den Beamten des FBI. Er wurde wegen Verdacht auf Geldwäsche, Verstoß gegen das Unlawful Internet Gambling Enforcement Act, Betreiben von illegalem Glückspiel sowie eines Pyramidensystems über mehrere Millionen Dollar festgenommen. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 14 Fälle, die es zu behandeln gilt. Ihm droht im schlimmsten Fall eine Haftstrafe von 145 Jahren.

US-Staatsanwalt Preet Bharara erklärte noch am selben Tag, dass "mit der heutigen Festnahme und den neuen, gegen ihn erhobenen Vorwürfen [...] Raymond Bitar nun für den Millionen-Betrug - den er angeblich an seinen US-Kunden begangen haben soll - strafrechtlich zur Verantwortung gezogen", werde und gab weiter bekannt, dass "die Anklageschrift [anführt], wie Bitar seine Spielkunden getäuscht und das Spiel zu ihrem Nachteil manipuliert hat - als Teil eines internationalen Pyramidensystems, das die Spieler mit leeren Händen zurückließ."

Bitar hatte in einer E-Mail an die Mitarbeiter seines Unternehmens bereits seinen Entschluss, sich den US-Behörden stellen zu wollen, angekündigt. Darin bedankte er sich für den Einsatz und die Loyalität des Personals und gab vage Versprechungen, was die Fortsetzung der Arbeitsverträge im Fall der Übernahme von Full Tilt Poker durch ein anderes Unternehmens anbelangt.

Ob sich der Umstand, dass Bitar sich selbst gestellt hat, im Endeffekt strafmildernd auf sein Urteil auswirken wird, mag wohl nur seine engsten Angehörigen und Vertrauten interessieren, denn im großen Ganzen bleibt hierdurch nur ein schaler Geschmack, den Bitar den öffentlichen Medien durch sein Handeln zum Fraß anbietet. Besonders weil er in einer ersten Anhörung am 2. Juli im Angesicht der Anklage auf nicht schuldig plädierte.

Der Online-Glücksspielsektor ist somit um einen weiteren Skandal reicher. Ein Szenarium also, was den seriösen Glücksspielanbietern in Zeiten, wo die Gesellschaft und der Staat weltweit im Begriff sind, sich dem Glücksspiel im Internet zu öffnen (siehe USA oder Schleswig-Holstein), gar nicht guttut. Bleibt zu hoffen, dass sich die weißen Schafe unter den Glücksspielbetreibern im Licht der öffentlichen Wahrnehmung letztlich durchsetzen werden.

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